Dann ging es am Montag, den 16. Juli, auch schon weiter auf die nächste Tour. Nach kleinen Komplikationen mit meinen neuen Gästen bezüglich der Gepäckmenge bei der Tourenbesprechung am Vorabend, haben sich die Gemüter wieder etwas beruhigt und es konnte von der Bootsrampe aus losgehen. Auf diesem Abschnitt waren zu dieser Zeit in der Hauptsaison auch andere Boote unterwegs, wovon die meisten jedoch wieder an der Takhini Bridge ausstiegen und wir den Fluss wieder fast für uns alleine hatten. Kurz nach Whitehorse (direkt gegenüber der letzten Gebäude des Industriegebietes) sahen wir gleich zu Beginn zwei Rehe spazieren gehen. Auf einem anderen Hügel sahen wir kurze Zeit später ein schwarzes Wesen rumrennen, wobei es sich leider nicht um einen Bären, sondern nur um einen Hund gehandelt hat – wäre auch nicht so gut gewesen direkt in der Subdivision. Das große erste Delta öffnete sich wieder vor uns und wir ließen uns im Anblick der Adler, Bussarde und Raben treiben. Eine Hand voll Weißkopfseeadler hat beschlossen einen Kampf zu beginnen was echt brutal aussah! Das Paddeln wurde von den Gästen als anstrengend empfunden, was am ersten Tag ja auch noch verständlich ist. Auf dem ersten Teil der Tour bis Carmacks sind es nur 3 Gäste, diesbezüglich 2 Boote. Trotz wechselhaften Wetters ist das Gruppenklima gut und die Gäste verstehen sich gut untereinander. Monika (Lehrerin aus Hamburg), Ursula (Buchhalterin aus der Schweiz) und Josef (aus Bayern)waren meine Schäfchen auf diesem Teil und es war gewiss nicht immer einfach mit solch verschiedenen Charakteren richtig umzugehen. Hierbei hatte ich wirklich das Gefühl mir Respekt erarbeiten zu müssen, um zu zeigen, dass ich der Chef dieser Tour bin. Aber das ist bei diesem gravierenden Altersunterschied von teils über 40 Jahren bezüglich der Verantwortung auch verständlich. Auf jeden Fall war unser erstes Camp dann wieder kurz vor dem Lake Laberge am „Jimm Boss Cutoff“ auf einer kleineren Insel. Dort führte ich meine Gäste dann nochmal in der Praxis in die Camp Regeln und Aufgaben ein. Bärensicherheit, Camp Organisation, Feuerholzbeschaffung, Küchenregeln, ….. und wir hatten einen schönen ersten Abend mit Feuerstele direkt am Ufer auf herrlichem Sandstrand. Wie immer gab es am ersten Morgen in der Wildnis nur Müsli mit Wasser und Milchpulver, um zügig aufs Wasser kommen zu können. Denn heute stand der erste Teil des Sees bevor. Zum Glück fast kein Wind, teils sogar Rückenwind aus östlichen Richtungen. Die Zivilisation haben wir nun endgültig verlassen, denn der Highway befindet sich am anderen Ufer des Sees hinter den ersten Bergketten. Wie immer auf dem See durchpaddelt man eine Bucht nach der anderen im gefühlten Schneckentempo. Mir persönlich kam es jetzt beim dritten Mal nicht mehr so schlimm vor, aber für jemand der den Lake Laberge noch nicht kannte kann es schon mal zermürbend sein – wenn auch wunderschöne Natur zum Entspannen einlädt. Der Wasserstand war hoch, dennoch eine nicht messbare Strömung – es ist ja auch ein SEE. Allerdings hatte der hohe Wasserstand von Vorteil, dass wir beim Anlegen in unserer abendlichen Bucht nur noch wenige Meter bis zum Camp laufen mussten. Bei den beiden letzten Malen hatten wir einen Umweg von knapp 50Metern um eine sumpfige Uferstelle auf uns nehmen müssen. Also schon mal ein positiver Motivationsschub für mich, den ich auch weitergab. Unter ständiger Beobachtung des Wetters konnte ich natürlich auch das Heranziehen einer fetten Regenwolke nicht leugnen und wies den schnellen Aufbau der Zelte und der Küchenplane an. Mit dem letzten Seil der Küchenplane begann es dann auch wie auf den Punkt genau mit Regnen. Glück gehabt, alles trocken! Ich Pokerte auf eine Regendauer von knapp zwei Stunden, sodass wir bis zum Abendessen wieder im mehr oder weniger trockenen sitzen können und ich auf offenem Feuer das Essen zubereiten konnte. Während dieser Wartezeit packten wir den Gaskocher und kochten Teewasser. In kurzen Regenpausen schnappte ich die Schaufel und bereitete die Feuerstelle vor, holte etwas Holz und wir sägten und spalteten unter der Plane. Zugegeben recht spät gab es dann erst Abendessen (Tortellini mit Käse-Sahne-Pilz-Speck-Soße) und das anschließende Schrubben der Töpfe stieß nicht gerade auf Begeisterung. Das Argument „Wenn man auf dem Gaskocher kochen würde, müsste man keine Töpfe schrubben“ habe ich abgelehnt. Zudem ist die Mosquitolage teilweise nervig. Es regnete die ganze Nacht bis in die Morgenstunden, was die Zelte nicht komplett abhalten konnten und die Feuchtigkeit hereindrückte. Heute war dann jedoch auch ein bärenreicher Tag. Eine Familie mit 3 Braunbären und zweimal ein einzelner Bär erheiterten die Gemüter und waren aufgrund unserer langsamen Geschwindigkeit (wenn man nicht paddelt steht man ja) sehr gut und lange beobachtbar. Dadurch konnten hervorragende Bilder aufgenommen werden. Auch während des Tages beobachteten wir viele Regenwolken durchziehen, wovon wir leider nicht alle umgehen konnten. Allerdings klarte es am Nachmittag auf und nach unserer Ankunft im nächsten Camp wurde es sogar heiß! Leinen gespannt, alles aufgebaut und aufgehangen war die komplette Ausrüstung Ruck Zuck wieder trocken. Folge: Gäste happy. Die letzten Sonnenstrahlen nutzte ich dann noch aus um meine Wäsche und mich zu waschen bzw. zu baden. Das gute Wetter zog sich dann auch über den nächsten und letzten Tag auf dem See. Ein Otter und mehrere Entenfamilien waren zu beobachten an diesem überragenden Tag im Paradies. Zudem lagen nur ca. 15 Kilometer vor uns und wir waren bereits am frühen Nachmittag am Ende des Sees. Das dortige Camp mit Tischen, Unterständen, Feuerstellen, Feuerholz und Outhäusern haben wir dann jedoch nicht beziehen können. Aufgrund frischer Bärenaktivität (nasser Bären Kot – & den ganzen Tag über heiß) beschloss ich das nächste Camp anzupaddeln. Zum Glück wusste ich, dieses ist nur zwei Kurven entfernt. Diese Entscheidung gegen ein hervorragendes Camp aus Sicherheitsgründen hat meine Gäste dann nochmals von meiner verantwortungsvollen Situation und Umgang überzeugen können. Das Ausweichcamp war dann in der Nachmittags- und Abendsonne gelegen auf einer schönen Landzunge mit wenig menschlicher Aktivität. Nebenan ein Wald mit Massen an trockenem Feuerholz, welcher mich aufgrund der starken Bemoosung an einen Hexenwald denken ließ. Trotz der Planänderung waren wir gegen 15 Uhr im Nachtcamp und hatten endlich Zeit an einer erfolgsversprechenden Stelle zu angeln. Neben mir hat nur Josef eine Angellizenz erworben und wir verbrachten einige Stunden am Ufer. Dort konnten wir immer wieder Fische aufsteigen und springen sehen, was mein Ehrgeiz weckte. Josef hatte irgendwie einfach kein Glück und gab irgendwann auf, um sich vor dem Abendessen noch kurz hinzulegen. Dann versuchte ich mein Glück weiter und probierte alle Köder aus, die ich dabei hatte. An einer künstlichen Fliege mit winzigem Einzelhaken zappelte dann endlich eine Polaräsche, nachdem ich knapp unter der Oberfläche meinen Köder einzog. Kein Schlagstock war zur Hand und ich schlug mit der Seite meiner flachen Hand auf den Kopf, zückte mein Leaderman und tötete meine erste Polaräsche (Arctic Grayling). Ich ruf Monika um einen Topf herbei und nahm den 36cm großen Fisch Flussabwärts bis zu den Knien im Wasser stehend aus. Zubereitet habe ich den Fisch dann mit frischen Zitronen, Olivenöl und Salz. Für vier Personen eine durchaus ausreichende Vorspeise vor anschließenden Spagetti mit Fleischsoße. Die Freude über den hinter uns liegenden See ist groß. Begeisterung am nächsten Tag über den „30 Mile River“ Abschnitt des Yukon Rivers, nicht zuletzt natürlich auch über die wieder vorhandene Strömung. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und die Hitze auf dem Wasser war in der Tat ertragbar. Der Flussabschnitt ist wieder und wieder wunderschön und die Farben der Natur begeistern. Ich berichtete von meinem verlorenen Leaderman auf der letzten Tour als wir direkt an dieser Stelle vorbeigepaddelt sind und war schon ein bisschen traurig :D. Dann näherten wir uns der Mündung des Teslin Rivers und unserem Camp „Hootalinqua“. Irgendwie fühlt sich dies alles sehr vertraut an beim mittlerweile vierten Mal an diesem Flussabschnitt innerhalb von nicht einmal zwei Monaten. Und wie immer am fünften Tag einer Tour gab es Top Sirloin Steak mit Folienkartoffeln und Salat. Und auch auf dieser Tour waren die Leute davon begeistern. Ich halte den Menüplan immer geheim und kann dann mit sowas recht gut für eine tolle Überraschung sorgen, auch wenn der Tag mal anstrengend gewesen sein mag sind dann alle wieder zufrieden. Die bisher längste Distanz dieser Tour lag nun vor uns und der phasenweise starke Nordwind bremste uns aus. Eine auf dem Teslin gestartete Gruppe mit Guide eines anderen Unternehmens traf im Laufe des Tages mehrmals auf uns. Besonders interessant hierbei: Der Guide saß alleine in einem Kanoe und zog ein leeres Kanoe über ein Seil festgebunden, wie ein Anhänger, hinter sich her. Aaaaaalles klar denkt man sich in diesem Moment. Den Guide habe ich schon einige Male zuvor gesehen und auf Nachfragen teilte er mir zögerlich mit, dass ein Gast gesundheitliche Probleme hatte und mit einem Wasserhubschrauber ausgeflogen werden musste und seine zwei erwachsenen Kinder dann auch aus der Tour ausgestiegen sind. Jetzt sei aber alles okay gewesen und er benötigt keine Hilfe - auch wenn das mit dem leeren Kanoe echt komisch aber auch lustig aussieht ist es extrem schwer zu paddeln oder gar anzulegen. So etwas hätte auch auf mich zukommen können und ich war echt heilfroh, dass bisher immer alles gut gegangen ist und ich keine Notfälle zu vermelden hatte. Kurz vor „Walsh Creek“ kamen jedoch auch wir in eine kritische Situation. Ein auf der Karte als Nebenkanal eingezeichneter Kanal entwickelte aufgrund der starken Seitenströmung eine extreme Sogwirkung , gegen welche wir nicht ankämpfen konnten und schließlich im falschen Kanal an Land anlegten. Würden wir in diesem Kanal weiterpaddeln (was auf der Karte als nicht empfehlenswert verzeichnet ist) würden wir mein geplantes Camp verpassen. Also entschied ich mit der Gruppe die Boote bis zur „Kreuzung“ zurück flussaufwärts zu ziehen und von dort an die letzten Kilometer bis zum Camp zu bestreiten. Das Hochziehen ging Nahe des Ufers dann ohne größere Komplikationen und Josef und ich hatten beide Boote flott wieder im richtigen Kanal. Als nächstes folgte eine kritische Stelle mit Niedrigwasser und Treibgut, welche wir durchfahren mussten und bei einem anschließenden Windstoß flog Josefs Sonnenhut davon, welcher langsam unterging und wie durch ein Wunder mehrere hundert Meter später wieder Nahe unserer Boote an die Wasseroberfläche gehoben wurde, sodass wir ihn gerade noch so erreichen konnten. Das alles wenige Meter vor der Stelle an der wir anlegen mussten und es war ein Segen, den Tag endlich hinter uns zu haben und Campen zu können. Beim Abendessen sah Josef plötzlich ein Tier durchs Wasser schwimmen und alle rannten, um Kamera und Ferngläser zu holen. Es handelte sich um zwei Elche, eine Kuh mit einem Jungen. Von der rechten zur linken Seite durchquerten sie den Fluss mit starker Strömung in kurzer Zeit und standen anschließend noch einige Zeit im flachen Wasser am anderen Ufer. Auch in dieser Situation konnten wieder hervorragende Bilder geschossen werden und vor allem Ursula hat mit ihrer kleinen Kamera extrem gute Bilder geschossen. Meine Gruppe, vor allem die Damen, waren von dem Tag jedoch kaputt und völlig platt. Weswegen wir am nächsten Tag die Bootsbesetzung änderten und Josef als Steuermann mit Ursula sowie Ich mit Monika paddelte. Die beiden Elche querten den Fluss am nächsten Morgen an derselben Stelle noch einmal und ein Bieber schwamm direkt neben unserem Camp. Es war heiß, unbewölkt und ein wunderschöner Tag. Hinzu kam die kurze Tagesdistanz von knapp 35 Kilometern bis „Twin Creeks“ und die Anstrengung von gestern war im heutigen Urlaub wieder verflogen. Ein bisschen Gold habe ich wieder an „Crys Dredge nahe Freemans Rock“ gefunden, es brach jedoch kein Goldrausch aus und ich vertröstete auf größere Goldmengen in Dawson City. Wir hatten jede Menge Zeit und konnten uns Phasenweise auch mal längere Zeit einfach nur treiben lassen, um schließlich an „Twin Creeks“ anzukommen. Dort trafen wir wieder auf die andere Gruppe, welche dort zu dieser Zeit gerade Mittagspause machte und anschließend weiterzog. Wir hatten aber unser Tagesziel erreicht, bauten das Camp auf und gingen ein bisschen angeln. Die Fische sprangen wie verrückt, bissen jedoch auch nach stundenlangem Versuchen einfach nicht an und stellten mich auf eine Geduldsprobe. Dann lief ich halt ohne Fisch wieder zurück zum Camp, wo nach vorherigen Andeutungen schon das Feuer und Abendessen vorbereitet wurde. Monika klagte derweil über Schmerzen in ihrer Hand, explizit Daumen, weshalb sie sich einige Zeit schonte. Der Obstsalat zum Nachtisch war eine willkommene Erfrischung bei der Hitze. Auf ging´s zum letzten Camp vor Carmacks. Auf dem Weg zur „Macauley bar“ trafen wir heute viel „Verkehr“ auf dem Fluss an. Neben der Gruppe, welche wir wiederholt sahen, nun auch einige SUP´s (Stand up paddleboard´s) sowie Motorboote. Man kommt halt wieder so langsam aus der Wildnis heraus und auch der Anblick des Highways und der Stromleitung riss uns aus der Idylle der unberührten Natur, wie wir sie die letzten Tage erlebten. Die Gäste sind glücklich und von der Natur – meinem Büro – beeindruck. Der einzige Minuspunkt sei demnach die Packliste von dem Reiseunternehmen mit welchem Monika und Ursula gebucht haben. Denn dort sei nicht erwähnt worden nur das notwendigste mitzunehmen, weshalb ihnen die Offenbarung der Tatsachen bei der Tourenbesprechung am Vorabend des Tourenbeginns immer noch aufstößt. Mich hat es dann irgendwann angekotzt, dass sie immer wieder die Packliste oder Tourenbeschreibung erwähnen und sich in ihrem Urlaub immer wieder auf die zwei negativen Punkte konzentrieren, sodass ich das auch so sagte. Die Tour ist anstrengend, keine Frage, aber wie bitte bucht mach eine Kanoe Tour über 715 tausend Meter in 16 Tagen, in Erwartung, dass trotz ausdrücklicher Beschreibung als „Aktivtour“, es ein reiner Entspannungsurlaub werden würde. Nach einem wirklich wunderschönen Tag konnte ich mit dieser monotonen und wiederkehrend wiederholenden Kritik einfach nicht mehr umgehen. Am Schluss war aber wieder alles entspannt oder wie auch immer man das beschreiben kann. Schlappe 16 Kilometer waren es noch bis Carmacks, Ankunft 12:10pm. Dort konnten wir dann gemütlich die Zelte aufbauen, die Duschen und die Waschmaschinen benutzen. Dann kam auch schon Thomas mit Kanoe & Kajak auf dem Dach, drei weiteren Gästen und den neuen Lebensmitteln. Hierbei handelt es sich um Helmut (Beamter aus Bayern), Jordi (Fitnesstrainer aus Barcelona) und Frank (aus Oslo). Das Auffüllen der Lebensmitteltonnen und Boxen mit Thomas war recht hektisch, da er zügig wieder weg musste. Ich musste jedoch zu jeder Zeit alles im Auge behalten, um unsere Versorgung sicher zu stellen. War dann nicht ganz einfach, aber am Ende war alles soweit fertig gepackt und aufgefüllt für die nächste Tourenhälfte. Auf dem Campingplatz hatten wir am nächsten Morgen einen Fuchs direkt neben uns stehen. Er war nicht scheu und kam bis auf einen Meter an uns heran, suchte nach Essensresten, bis wir ihn vertrieben haben. Das Beladen der Boote am Holzsteg mit neuer Aufteilung der Boote, neuen Lebensmitteln und mehr Ausrüstung hat dann einiges an Zeit in Anspruch genommen und war die erste Herausforderung des Tages. Eine weitere Herausforderung: „Five Finger Rapids“. Vor allem Ursula und Monika haben ihre Angst vor den Rapids schon mehrfach erwähnt und überlegten sogar in Carmacks aus der Tour auszusteigen. Ich paddelte übrigens im Kajak und freute mich auf die Rapids, habe alle versucht zu beruhigen und auf Konzentration hingewiesen. Als wir uns dann final darauf vorbereiteten und im Nuh hindurch waren, fragten sie mich verwundert, ob es das schon gewesen sei. Die Gruppe mit den neuen Mitgliedern ist top und hat sehr schnell zusammengefunden. Motiviert, kräftig und eine positive Einstellung sind gute Voraussetzungen für das was noch kommt. In der Mittagspause versuchte ich an der Stelle meines ersten Fisches vergebens einen weiteren zu angeln, hatte dann aber am späten Abend am Einfluss des „Merrice Creeks“ Angelerfolg und zog einen knapp 70cm großen Hecht aus dem Wasser. Im sehr kalten Wasser im Einflussbereich des Baches verlor ich gefühlt meine Füße und band den Fisch in einer Plastiktüte im Bach stromaufwärts unter Wasser an. Diesen gab es dann zum Frühstück am nächsten Tag mit Rührei. Für dieses proteinreiche Frühstück musste ich allerdings wieder in den Bach steigen und den am Vorabend geangelten Fisch in der Tüte abholen, was kurz nach dem Aufstehen eine echte Herausforderung darstellte. Der Hecht war dann aber sehr lecker und der Tag konnte losgehen. Heutiges Ziel: „Hells Gate Woodyard“. Dabei kamen wir an „Minto“ vorbei, dem letzten Ort mit Highway Anschluss vor Dawson City. Der Fluss war heute von sehr vielen Inseln durchsäht und neue Sandbänke erschwerten das Kartelesen enorm. Am „Minto Bluff“ (Berg) waren wie immer die Dall Schafe zu sehen. Diesmal jedoch sehr weit unten, was bedeutet teilweise direkt am Ufer. Hervorragen! Nachdem der Highway nun endlich wieder weg ist macht nur noch die Kupfermine Mintos etwas Lärm am anderen Ufer, bis wir wieder völlig in der Wildnis sind. Das Anlegen deklarierte ich beim abendlichen Camp als extrem schwierig, denn das extrem kurze Ufer befindet sich direkt in einer Hauptströmung. Nach vorheriger Ankündigung gingen aber alle sehr konzentriert an die Sache ran und die anspruchsvolle Situation war überstanden. Während ich mal wieder angeln war, konnten die anderen einen Grizzlybären auf den Inseln gegenüber beobachten und fotografieren, welchen ich dann später kurz vor dem schlafen gehen sah, als alle schon in ihren Zelten waren. Vorsicht war geboten, denn er war auf der Insel gegenüber auf Höhe des Camps und hätte, wenn er wollte oder müsste, problemlos rüber schwimmen können. Viel Konjunktiv und auch echt unrealistisch, aber eben auch nicht zu vernachlässigen. Boote Be- und Entladen am nächsten Tag dauerte ungefähr so lange wie unsere Paddelzeit: 1,5 Stunden. Der kürzeste Tag hatte sein Ziel wieder in „Fort Selkirk“ mit angenehmen Temperaturen. Einen Braunbär sahen wir schon nach keinen 20 Minuten auf dem Wasser und später Bergziegen in einiger Entfernung, jedoch klar erkennbar. Ein Schwarzbär auf der Insel gegenüber „Fort Selkirks“ ließ sich dann etwa eine Stunde lang beim Essen eines Lachses beobachten und fotografieren, wobei er stetig mit hungrigen Greifvögeln spielte. In den Mittagsstunden machte sich dann zunehmend ein starker rauchiger Geruch bemerkbar und eine kleine Rauchwolke hinter uns soll im Nachhinein ein Waldbrand nahe der Kupfermine Mintos gewesen sein. Am nächsten Tag steuerte ich zur Mittagspause ein Insel an, auf welcher wir bei meiner letzten Tour ebenfalls Mittag gemacht hatten. Falls ihr euch noch erinnert hat dort Maxim seinen Leaderman verloren, welchen ich nun suchen wollte. Der Wasserstand war etwas niedriger als beim letzten Mal und die Insel sah weitestgehend gleich aus als zum letzten Mal. Die Gruppe entspannte mit der Lunchbox auf einem Baumstamm in der Sonne sitzend und ich durchkämmte das Gebüsch an ungefähr der Stelle wo Maxim beim letzten Mal war. Auf einer Länge von cirka 50 Metern setzte ich mein Gebiet auf maximal 10 Meter tief im Wald und lief alles mehrmals ab. Nach einer halben Stunde sah ich dann ungläubig eine schwarze Tasche auf dem Boden liegend, darin der Leaderman (Multifunktionsmesser in dieser Ausführung ungefähr 150CA$) und war überglücklich. Zurückgekehrt zur Gruppe war die Mittagspause auch schon zu Ende und wir paddelten weiter. In einer großen Bucht mit vorgelagerten Inseln und fast stehendem Wasser gelegen befindet sich „Menzies Location“. Dieses trübe, in Ufernähe mit Wasserpflanzen begrünte Wasser war schon beim letzten Mal hervorragend zum Angeln. Dieses Mal hatte Josef dann endlich das Anglerglück und beschaffte und einen Hecht zur Vorspeise. Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr beschlossen wir Löcher auszuheben, um das Feuer vor Wind zu schützen und einen Funkenflug zu vermeiden. Beim Abendessen kamen dann noch sehr viele Wespen zu unseren Tellern, was echt nervig aber auch gefährlich war, zum Glück aber niemand eine Wespe in den Mund bekommen hat. Ausgenommen der Wespen war das Camp sehr gut und der Tag gelungen. Am nächsten Tag haben wir dann im zweiten Teil der Tour das erste Kanoe auf dem Fluss gesehen – nach fünf Tagen, mitten in der Hauptsaison! Das von mir ursprüngliche angedachte Camp im „Coffee Creek“ war jedoch nicht erreichbar und bestand nur aus einer Wiese mit einem knappen Meter hohem Gras neben einer sumpfigen, extrem mosquitoreichen Fläche. Auffallend war hierbei die Farbe des Wassers: gelbbräunlich, daher vermutlich der Name des Baches. Während meiner Suche nach dem Camp sagte ich zu Helmut er solle doch bitte mal eine Goldpfanne durchwaschen und er hat in der Tat Gold gefunden! Direkt neben der Stelle befindet sich ein Gold Claim, beziehungsweise eine Forschungs- Erkundungsstation. Dass der Boden goldhaltig ist, ist damit Bewiesen. Sollten diese Leute feststellen, dass eine Förderung des Goldes im großen Stil wirtschaftlich ist, wird das gesamte Gebiet um diesen Bach in einer unvorstellbar Großen Fläche plattgemacht und mitten im nirgendwo dazu eine Straße reingezogen. Bisher läuft alles über Transportschiffe und wir konnten mehrere Helikopterflüge beobachten. Das Camp, welches im Training bereits Probleme bereitete, auf der letzten Tour unauffindbar war, war nun das Ziel des Tages – und unsere Letzte Option (nächstes Camp würde bedeuten nochmal mehrere Stunden zu paddeln). Diesbezüglich war ich recht angespannt, habe aber auch angesprochen, dass wir extrem aufpassen müssen und ich die Karte nicht aus den Augen lassen darf. Wir sind dicht zusammengeblieben und haben schließlich das Camp gefunden. Ursache der Komplikationen beim letzten Mal waren: Das versetzen eines weißen Schildes, welches auf der Karte eingetragen war; Der Falscheintrag des Camps auf der Karte; Und Das nicht existieren eines Kanals auf der rechten Seite. Dieses Problem wäre damit gelöst. Obwohl wir früh aufgestanden waren, um den thermischen Winden an einer bestimmten Stelle umgehen zu können, sind wir erst um kurz vor 6pm im Camp angekommen und waren alle müde. Thema Wespen: Am Morgen hat Ursula bereits einen Wespenstich an der Hand bekommen; Jordi hat sich eine Wespenstich quasi selbst zugefügt, als er auf deinen Hinterkopf schlug als er Mosquitos um sich rum vermutete; Und ich trat bei einer Holzsammelaktion in ein Wespennest und rannte anschließend mit 10-12 Stichen aus dem Wald in den Fluss. Ein ganz normaler Tag eben, aber was will man machen, sonst ist alles gut. Beim Entladen der Boote hat Jordi auf einer Insel hinter uns einen Elch entdeckt, welcher gerade zur anderen Insel schwamm. Und irgendwann im Laufe des Tages habe ich ein Reh in Erinnerung. Das zuletzt erwähnte Weiße Schild wies übrigens auf eine Bäckerei und einen Campingplatz neun Meilen vor uns. Diese Bäckerei wollten wir dann am nächsten Morgen besuchen und machten uns früh auf den Weg dorthin. Ich suchte das Grundstück ab und wurde von einer echt unfreundlichen Dame angesprochen, was ich denn hier mache. Als ich der Eigentümerin dann mein Vorhaben mit meiner Gruppe darlegte sagte sie, dass es noch einige Stunden dauere, bis sie etwas gebacken hätte (Um 11 Uhr morgens), wobei sich die Bäckerei mehr in einer Scheune befand als Küche. Komisch Leute gibt es also auch in Kanada, die komplett abgeschieden von der Außenwelt leben und überleben. Dann am Thistle Creek vorbei, wo „Toni Beets“ seine zweite Dredge her hat #GoldrauschInAlaska und wir waren schon kurz vor der Mündung des White Rivers. Das zuvor glasklare Wasser war schlagartig eine unglaubliche Dreckbrühe mit gewohnt extremer Strömung und großen Strudeln. Auf dieser Schnellstraße ging es dann weiter und kurze Zeit später waren wir schon an der für die Nacht vorgesehenen Insel. Dort kreiste ein Adler und landete immer wieder auf seinem Horst wenige Bäume neben uns. Der Sand auf dieser Insel an der Mündung des Stewart Rivers war jedoch sehr feucht, weshalb wir auch dieses Camp nicht bezogen haben. Wobei dies nicht wirklich ein Problem darstellte, denn in diesem Gebiet gibt es sehr viele Inseln mit möglichen Camps. Flussaufwärts des Stewart Rivers war eine riesige Rauchentwicklung seh- und wahrnehmbar, der nächste Waldbrand in dieser Hitzewelle war aber noch mindestens 10-15 Kilometer entfernt. An diesem Tag sah ich ein Elch aus nächster Nähe (10m!) in einem kleinen Seitenkanal und war von diesem massiven Tier echt beeindruckt. Schreckhaft zückte ich meine GoPro und bevor ich ein Bild machen konnte, war das wunderschöne Tier schon im Wald verschwunden. Zwei Bibern bin ich ebenfalls sehr nahe gekommen. Am nächsten Morgen führte ich meine Gruppe durch das auf der Karte von Hand eingetragene „Labyrinth“. In diesem Seitenkanalgewirr ließen wir uns nach vorheriger Absprache nur treiben und genossen die absolute Ruhe mit nur wenigen Steuerschlägen. In diesen 50 Minuten erhofften wir uns alle nochmals Elche zu sehen, hatten jedoch kein Glück. Zudem fuhr im etwas entfernten Hauptkanal ein Motorboot was die Ruhe sehr störte und vermutlich auch alle vorhandenen Tiere vertrieb. Mittagspause haben wir an diesem Distanzlängsten Tag auf dem Wasser gemacht und hielten uns untereinander an anderen Booten fest. Josef öffnete die vor ihm liegende Lunchbox und verteilte fleißig an die hungrigen Paddler. Währenddessen kam ein „Conservation Officer“ auf einem kleinen Motorboot mit Hund und Kollege auf uns zu und fragte, ob alles in Ordnung sei. Er war ein freundlicher Herr mit französischem Akzent und stand ebenfalls kurz vor seiner Mittagspause. Vermutlich deshalb hatte er uns nicht nach unseren Angellizenzen gefragt, was er glaube ich eigentlich hätte machen müssen :D. Nachdem ich mich als Führer der Gruppe vorgestellt habe, hat er den Sieg meines Abenteuers Unternehmens Yukon Wide Adventures in der Yukon River Quest angesprochen und mir gratuliert :D. Einige Kurven später in einem Flussteil mit wenig Strömung sprang plötzlich ein Lachs nahe unserer Boote aus dem Wasser und tauchte mit einem großen *Platsch* wieder ein, sonst waren heute leider keine weitere nennenswerte Tiere zu sehen. Wir haben immer noch heiße Temperaturen mit einer intensiven Sonne und schnell durchziehenden Wolken. Um die Kräfteaufteilung wieder anzupassen ist nun wieder Josef mit Ursula und Helmut mit Monika in einem Boot, was für deutlich mehr Entspannung sorgte. Von unserem letzten Camp am „Mechem Creek“ ging es dann am 1.August auf die letzte Etappe bis Dawson City. Einige Boote wollten so schnell wie möglich in Dawson ankommen, andere jedoch noch etwas Zeit in der Wildnis verbringen und sich etwas treiben lassen. Diese Situation sorgte nochmal für kleine Reibungspunkte und in der letzten Kurve vor Dawson lehnten wir uns dann Kekse essend an Dawson City vorbei treibend zurück. Leider waren die letzten Tage in Dawson dann teils etwas regnerisch, aber dennoch freuten sich alle, die 715 Kilometer paddeln hinter sich zu haben. Das Waschhaus haben wir befeuert und einige genossen eine Dusche mit warmem Wasser vom Fass. Einige bevorzugten nach Dawson City auf den dortigen Campingplatz zugehen, um dort die „üblichen“ Duschen zu benutzen und parallel ihre Wäsche zu waschen. Der Gruppe zeigte ich den Campingplatz und klärte ein paar Sachen mit Dieter (Eigentümer) ab. Dann telefonierte ich mit Thomas und erfuhr, dass er erst am nächsten Abend ankommen werde, um uns als Fahrer auf die Minentour am Freitag zu nehmen. Der Donnerstag stand dann zur freien Verfügung und nach Pancake Frühstück gingen alle mit der Fähre rüber nach Dawson. Mit Helmut und Jordi besuchte ich das Touristeninformationscenter und erfragten eine Wanderkarte für den „Midnight Dome“. Mit dieser Karte beschlossen wir die Abkürzung neben der Stromleitung zu nehmen, welche über einen felsigen und steilen (ca. 50° Steigung) führte und sich wie Treppensteigen mit ungleichmäßiger Stufenhöhe anfühlte. Über diese Abkürzung gelangten wir dann wieder auf den normalen Weg und liefen auf diesem weiter bergaufwärts. Nach 1h Stunde und 15 Minuten war ich an der Bank ganz oben auf dem Hausberg Dawsons. Das letzte Mal war ich dort am längsten Tag des Jahres glaub so gegen 2 Uhr Nachts bei Sonnenschein und nun bei dichter Bewölkung aber fast klarer Sicht in die umliegenden Regionen. Die Klodike Goldfiels, der Klondike River, die Mündung in der Yukon River, der weitere Verlauf des Yukons, unberührte Natur und die ersten Berge des Tombstone territorial Park mit dahinterliegendem Polarkreis. Wunderschön. Auf der langen Bank und am Tisch saßen wir eine Weile und stärkten und an Äpfeln und Orangen. Auf dem Weg nach unten habe ich mich dann mit meinem ersten Zeitraffervideo mit meiner GoPro beschäftigt, was meiner Meinung nach gar nicht schlecht geworden ist. Nachdem wir die ganze Gruppe wieder auf dem Campingplatz getroffen hatten und alle von ihren Tag berichteten gingen wir nach gemeinsamen Abendessen zusammen ins legendäre Casino „Diamond Tooth Gerties“. Dort bekamen wir als Gruppe mit 7 Personen gerade so die letzten Stühle am letzten Black Jack Tisch und die „Can Can Show“ konnte losgehen. Nach der zweiten Show um 22Uhr ging ich dann mit den noch verbliebenen aus meiner Gruppe zurück zur Fähre, ein anderer Teil der Gruppe ging schon früher und kehrte noch in einer anderen Bar ein. Kurz nach Mitternacht hörte ich dann ein Fahrzeug anfahren und kurze Zeit später klopfte Thomas an mein Zelt. Er kam mit dem 15 Sitzer Bus und seinem Sohn Sebastian. Die Minentour stand am nächsten Tag an. Wie beim letzten Mal fuhren wir zunächst durch Dawson auf den Klondike Highway und bogen dann auf die „Bonanza Creek Road“. Dort begann die Minentour und Thomas berichtete begeisternd vom Gold Rausch, welcher genau in diesem Tal Begann! 15 Kilometer über die Minenstraße entfernt lag „Dredge Nr. 4“, die größte jemals gebaute Dredge! Und noch ein bisschen entfernt „Discovery Claim“ wo die Pioniere des Klondike Gold Rausches das Gold beim Abwasch ihrer Teller & Schüsseln im Jahre 1896 vorfanden. Nach bereits viel Geschichte über den Goldrausch ging es ein paar Täler weiter die „Hunker Creek Road“ entlang bis zur Mündung des „Gold Bottom Creeks“. Dort liegt „Gold Bottom Mine“ und das ist die Mine von „David Millar“, welcher in diesem Gebiet über 70 Gold Claims besitzt und aktuell übrigens mit der TV Show „Goldrausch am Yukon“ auf DMAX bekannt wird. Während unserer Mittagspause trafen wir auch auf die deutschen Kandidaten dieser Doku/Show, welche kurze Zeit später wieder wegmussten um zu filmen. Diese Leute sahen echt witzig aus in ihren Sicherheitswesten und mit den Helmen, was sonst eigentlich KEINER in der Mine trägt :D. Es ist einfach unglaublich, dass ich die Leute gesehen habe, bevor ich überhaupt von der Show wusste und sie nun auf DMAX teils sehr unterhaltend anschauen kann. In dem Roadhouse, welches ebenfalls eine zentrale Rolle in der Serie einnimmt (Da wo David immer so tut als würde er dort wohnen, dann rauskommt und am Ende einer jeden Folge Leute aus dem Team wirft), befindet sich eine Art Minenmuseum mit Fundstücken aus diesem Gebiet. Unter anderem Mamut Stoßzähne, ein Mamut Schädelknochen, ein riesiger Mamut Zahn, alte Goldwagen und Bilder vom Klondike Gold Rausch sowie einer Karte der Claim Aufteilung. Dann ging es wieder mit einem alten Bus weiter in die Mine. Der aktive Minenabschnitt liegt nur wenige hundert Meter entfernt und der Zugang führt über eine steil abfallende Schotterpiste und durch den Bach. Diesmal war sogar die größere Waschanlage in Betrieb und wir konnten dieser bei der Arbeit zu sehen. Mit einem nicht definierbaren Akzent berichtete der Gold Bottom Mine Führer vom Aufbau einer Goldwaschanlage, vom aktuell sehr guten Boden und dem Ablauf eines „Clean Outs“. Zurück beim Roadhouse zeigte er uns in einem Zelt die Maschinen für den Clean Out und den praktischen Ablauf, um das Gold von dem letzten Fremdmaterial (Großteils eisenhaltiges Material) zu trennen. Dann hatten wir wieder circa 2 Unzen Gold im Wert von aktuell mehr als 3 tausend CA$ in einer kleinen Schüssel aufgefangen. Nun war auch bei den letzten das Gold Fieber geweckt und alle wollten Gold waschen. Gummistiefel an und nach einer kurzen Einführung standen alle im Fluss. Der Boden war besser als beim letzten Mal und alle fanden Gold nach wenigen Versuchen. Wir mussten leider wieder zurückfahren, wobei vor allem Helmut und Ich gerne noch länger geblieben wären. Mit der Fähre querten wir wieder den Yukon River und fuhren ein Stück auf den „Top of the world Highway“ zu einem Aussichtspunkt auf Dawson City und die Goldfelder des Klondike. Wir hatten wieder wenig Zeit, nahmen uns aber einige Minuten und genossen die Aussicht. Währenddessen bekam Thomas einen Anruf von einem Satelliten Telefon, welches Gäste auf einer selbstgeführten Tour ausgeliehen haben. Sie befinden sich aktuell auf dem Teslin River und haben eine starke Rauchentwicklung im großen Umkreis und ein Waldbrand direkt vor Ihnen! Verständlicherweise waren sie dadurch verängstigt und wollten wissen, wie sie sich verhalten sollen. Nachdem Thomas mit dem zuständigen Chef der Feuerwehr in Teslin telefonierte, teilte er ihnen dessen Information mit. Es handle sich nur um ein kleineres Feuer, welches aktuell keinerlei Prioritäten habe, bekämpft zu werden, und sie sollen sich mittig im Fluss halten, um nicht vom Sauerstoff abgeschnitten zu werden, und im Falle extremer Hitzeentwicklung ins Wasser springen und neben dem Boot herschwimmen. Aaaaaalles klar, denkt man sich in diesem Moment :D. Klingt ja beruhigend. Diese Situation haben aber alle gut überstanden und ich konnte die Gäste eine knappe Woche später in Carmacks abholen. Dann teilte Thomas mir mit, was ich die nächsten Tage machen werde: DEMPSTER HIGHWAY! Schon am Sonntagmorgen werde ich nach meiner Ankunft am Samstagabend in Whitehorse vier Amerikaner am Hotel abholen und diese zum „Blackstone River“ fahren. Stressig aber klingt gut. Dann fuhren wir zurück zum Campingplatz und luden ein Teil der Ausrüstung und die Boote auf den Anhänger für die morgige Rückfahrt. Leider muss ich sagen, dass Thomas dabei etwas in Hektik ausgebrochen ist und es schwierig war mit dieser Situation umzugehen, am Ende war aber alles soweit fertig. Die Rückfahrt war dann soweit okay und dauerte die üblichen 6-7 Stunden. In Whitehorse ließen wir die Gäste am Hotel aussteigen und luden dann die Boote und die restliche Ausrüstung ab. Zudem gleich alle Boote und Paddel geputzt und die übrigen Lebensmittel verstaut, bis dann auch Max von seiner Tour zurückkam und es noch mehr Boote etc. zu putzen gab. Gerade so schaffte ich es dann noch zum Abschiedsessen mit meiner Gruppe um 19:30 Uhr in Boston Pizza und am nächsten Tag flogen alle wieder zurück nach Deutschland.
Wie bereits erwähnt hatte ich am nächsten Tag dann eine lange Fahrt vor mir. Mit dem roten Suburban und zwei Kanoes auf dem Dach, einem Reservekanister Diesel fuhr ich um 8am beim Riverside Hotel vor und holte die Amerikaner ab, Ausrüstung eingeladen und los ging es. Nach kurzen Stopps in Carmacks, Pelly Crossing und der Moose Creek Lodge lag die Kreuzung auf den legendären Dempster Highway nicht mehr weit entfernt. Über die Brücke des Klondike Rivers und nach wenigen Kilometern das Schild „pavement ends ahead“ was so viel bedeutet, dass die Straße bzw. der Straßenbelag aufhört. Von da an waren es dann noch 135 Kilometer nach Norden bis zum Blackstone River. Die richtige Geschwindigkeit war sehr schwer einzuschätzen und hinter jeden Kurve konnten riesige Schlaglöcher, Spurrillen oder sonstige Hindernisse auftreten. Kurvig, gerade, eben, steil, hoch und runter führte der Highway, welcher bis ans arktische Meer führt. Durch den „Tombstone Park“ und unbeschreiblich wunderschöner Natur und Wildnis zogen die Berge an uns vorbei und auf der Hochebene sah ich das erste Mal „Tundra“ Vegetation. Mitten darin nahe der Straße ein riesen Elch, wovon meine Fahrgäste allerdings nicht so beeindruckt waren und wir weiterfuhren :D. Es regnete leicht und die Wolken schossen mit unglaublicher Geschwindigkeit hang auf, hang ab. Dann sahen wir alle zum ersten Mal den „Blackstone River“, wobei es sich noch um ein beunruhigenswertes Wildwasserrinnsal handelte. Dieses wurde zum Glück noch etwas größer und paddelbar bis zur Ausstiegsstelle Km 135. Ungefähr dort suchte ich nach einer geeigneten Einstiegsstelle und Übernachtungsort, bevor wir alles ab und ausluden. Komisches Gefühl Menschen mitten im tiefsten Nirgendwo abzusetzen und mit leerem Auto zurückzufahren. In zwei Wochen werden sie an einem vereinbarten Abholpunkt mit dem Wasserflugzeug abgeholt und nach Mayo geflogen, wovon die wieder ein Fahrer abholen wird. Man gönnt sich ja sonst nichts. Ich drehte um und fuhr dorthin zurück wo ich hergekommen bin, bis zum Klondike Highway und fuhr von dort an weiter nach Dawson City. Auf dieser Fahrt schob ich eine Rock N Roll CD nach der anderen ein und versuchte nach knapp 12 Stunden Fahrtzeit bis zu meiner Ankunft in Dawson nicht einzuschlafen. Mit einem normalen Auto, wie ich es von Deutschland kenne, wäre der Dempster Highway mit dieser Geschwindigkeit definitiv nicht machbar gewesen, das Auto auseinandergefallen. Mein Suburban war dann dafür saumäßig dreckig und meine Außenspiegel funktionslos. In Dawson City kehrte ich dann in der „Drunkn Goat“ ein, tankte danach auf, putzte meine Scheiben und Spiegel und suchte mir einen schönen Parkplatz für die Nacht. Neben dem Klondike River klappte ich dann die Rücksitze um und legte mich in meinem Schlafsack hinein. Nach einem anstrengenden Tag, mit stundenlangem Fahren fiel mir das Bein fast ab und ich hatte teilweise wirklich extreme Schmerzen im rechten Knie, sodass ich nach dem Aussteigen meist fast nicht mehr laufen konnte. Die Rückfahrt nach Whitehorse stand dann am nächsten Morgen an und nach wiederum ca. 7 Stunden fahren kam ich wieder in Whitehorse an. Dort putzte ich das Auto dann 2 Mal, erledigte ein paar Kleinigkeiten und der Ausflug zum Dempster Highway war zu Ende.
Donnerstagnachmittags führte ich dann eine Gruppe den Miles Canyon hindurch. Einige der Teilnehmer fragten um einen Kanoe Crash Kurs, um wenige Tage später den Yukon River paddeln zu können. Kritische Situation und die, zum Teil noch nie in einem Kanoe gesessenen, Leute sind auch fast ins Wasser gefallen! Sie hatten sich ein Glasfaserboot ausgewählt, welches recht wackelig im Wasser liegt und dadurch eigentlich nicht wirklich was für Anfänger war… Mit Mangelndem Gleichgewichtssinn und Gefühl zum Boot kämpften sie sich dann den Canyon mit Wildwasserstrudeln hindurch. Der andere Teil der Gruppe hat die Zeit sehr genossen und ich in paddelte in einem neuen Prion Custom line Kajak entspannt nebenher. Nach dem Canyon folgt der Stausee: Schwatka Lake. Dort konnten alle dann entspannter übern und bei starkem Regen kamen wir am Abholpunkt am Ende des Sees an, mit Kelly lud ich die Boote auf den Anhänger und es ging zurück nach Whitehorse. Während diesen Tagen hatte ich auch einige Taxifahrten. Unter anderem nach Carmacks, von Carmacks, nach Ross River und in die Nähe von Haines Junction. Zu dem bei Haines Junction gelegene „Kathleen Lake“ musste ich ganz spontan an einem Nachmittag fahren, da eine Dame aus Australien ihren Flug verpasst hatte und nun zu Ihrer gebuchten Wandertour dazu stoßen musste. Das war sehr schön für mich, denn das war quasi die einzige Ecke im Yukon, welche ich noch nicht gesehen habe. Dazu fuhr ich über den Alaska Highway an meiner ehemaligen Farm im Ibex Valley vorbei und von da an war alles Neuland. Knapp zwei Stunden bis Haines Junction, den Bergen und Gletschern des „Kluane National Parks“. Wunderschön! In den Bergen die gewaltigen Wolken zu beobachten und in die gigantischen Täler der Gebirgskette zu blicken zeigt Kanada von seiner schönsten Seite. Am Kathleen Lake ist eine kleine Hüttensiedlung gelegen, an welcher ich die nette Dame ablieferte und an ihren Guide Max übergab. Auf dem Weg zurück musste ich es dann ganz schön krachen lassen, um mehr oder weniger pünktlich zur nächsten Tourenbesprechung zurück in Whitehorse zu sein. Am Sonntag hatte ich übrigens mal frei und ging mit meinem neuen Mitbewohner (Jurij aus Freiburg) ins „Yukon Wildlife preserve“, „Yukon Beringa museum“ , „Yukon transportation museum“ und zur Fischleiter am Staudamm. Ein sehr schöner, wenn auch auf Dauer anstrengender Tag, um am Abend dann noch wohlverdient in den Hot Tub im Canada Game Center zu steigen.
Auf der Tourenbesprechung am Montagabend lernte ich meine Gäste kennen: Paul (aus England), Steffen und Günther (aus Deutschland) und Edi (aus Liechtenstein). Auch bei Ihnen liegt nur teilweise Paddelerfahrung vor und als wir am Dienstag, den 14. August vormittags in Carmacks die Boote beluden, gab ich allen eine Einweisung ins Ein- und Aussteigen eines Kanoes, in die richtige Paddelhaltung und ganz wichtig ins richtige und sicher Anlegen. Dies hat bisher immer Thomas am Anfang einer Tour gemacht, bevor ich dann alleine mit meinen Gästen war. Nachdem ich ihm aber mittlerweile einige Male zugehört habe und auch jede Menge Paddelerfahrung sammelte, war es kein Problem dies meiner motivierten Gruppe zu erklären. Da Paul noch keine Paddelerfahrung hatte, saß er im Boot von Edi vorne, welcher schon einige Jahre zuvor den ersten Teil des Yukon gepaddelt ist und den Rest nun vervollständigen wollte. Im anderen Boot war Günther der Steuermann und ich paddelte in einem Solo Kanoe. Am Vorabend war ich damit auf dem Schwatka Lake in Whitehorse trainieren, um nicht ganz wackelig in einem ungewohnten Boot zu sitzen. Das kleine und leichte Glasfaserboot lag allerdings sehr hoch im Wasser und aufgrund des Mangelnden Tiefgangs war es extrem wackelig. Ich hab echt Panik geschoben, mit diesem Boot eine Gruppe zu führen, flexibel, sicher und schnell zu sein und dadurch die Sicherheit der Tour zu gewährleisten. Der aufkommende Wind auf dem See war dann die reinste Hölle und ich musste hinknien und mit hohem Kraftaufwand gegen die Wellen kämpfen. Dann steigt man natürlich mit einem unguten Gefühl am nächsten Tag mit seiner neuen Gruppe in dieses Boot. Ich habe allerdings so viel Gepäck in mein Boot geladen, um eine gewisse Kippstabilität zu gewährleisten. Diese Theorie hat in der Praxis dann in der Tat gut funktioniert und ich konnte das Boot von Anfang an schon recht gut gerade halten und mit dem doppelten Schlag der zweier Kanoes mithalten. Wir waren von Beginn an flott unterwegs und keiner hat gemeckert mehrere Stunden am Stück paddeln zu müssen, wenngleich es natürlich eine ungewohnte und eigentlich nicht alltägliche Bewegung war. Da diese Tour erst in Carmacks begann haben wir dadurch quasi einen Bonus Tag erhalten, denn eigentlich campen die Teilnehmer der zweiten Hälfte mit denen der ersten die erste Nacht auf dem Campingplatz in Carmacks (so wie ich es in der vorherigen Tour beschrieben habe). Diesbezüglich konnten wir die Distanz zum Tourenbeginn besser aufteilen und campten am ersten Tag noch vor den „Five finger rapids“. In einem sehr kleinen Camp auf weichem Moos gelegen gingen wir nochmal die Camp Regeln durch und gingen anschließend auf Holzbeschaffung. Mit meinen vier Männern (insbesondere Günther :D) rissen wir nahezu das Holz aus dem Wald. Dabei war diese Gruppe einzigartig, denn alle hatten so viel Ahnung von Holz (und die nötige Geduld dieses Holz zu finden), dass sie nur trockene Stämme und noch besser ausschließlich Nadelbäume heranzogen! Das brennt einfach am besten, ist schnell zu sägen und einfach zu spalten – top. Alle ließen sich von der anderen Motivation mitreißen und Edi sagte ein paar Mal: „Achtung Wald, wir kommen!“. Der erste Tag mit dieser Gruppe war sehr gut und trotz phasenweise leichtem Regens und des meiner Meinung nach nicht besten Camps hat keiner gemeckert und alle waren glücklich und zufrieden. Von unserem Camp aus waren es nur noch ein paar Kilometer und zwei Kurven bis zu den Rapids und ich trainierte von Beginn an die „Entenline“ (englisch „duckline“ hört sich besser an), um sicherzustellen, dass alle fähig sind genau hinter mir herzu paddeln, sowie die Technik und Kraft haben das Boot mit wenigen Schlägen zu drehen oder den Kurs zu korrigieren. Das stellte dann kein Problem dar und die Rapids lagen kurz vor uns. Entweder es lag daran, dass ich diese nun schon zum vierten Mal erlebt habe, oder die Wellen waren wirklich etwas niedriger als bei den letzten Malen zuvor. Die ungefähr zehn stehenden Wellen hatten nur eine Höhe von so einem guten halben Meter und wir hatten Spaß bei dem leichten Schaukeln der Boote. Die darauf folgenden „rink rapids“ umfuhren wir wie gewohnt auf der rechten Seite. Die herannahenden Wolken versprachen nichts Gutes, weshalb wir kurz vor Ankunft an unserem Camp am „Merrice Creek“ einem immer stärker werdendem Regen ausgesetzt wurden. Ich rannte hoch zum Camp, prüfte auf frische Tier oder Bär Spuren und gab die Freigabe die Boote rauszuziehen, gut festzubinden und oben im Camp in die Hütte unterzustehen. Dort warteten wir dann den Regen ab und waren froh nicht mehr auf dem Wasser zu sein, bis wir bei leichtem Tröpfeln beschlossen die Boote auszuladen und das Camp aufzubauen. Zuerst nahm ich den Tisch und den Gaskocher und setzte Wasser auf. Dieses hat dann ewig gebraucht zum Kochen, aber als die Zelte, Küche und Plane aufgebaut waren, konnten wir alle ein heißes Getränk genießen. Dies war bereits am frühen Nachmittag, der Niederschlag stoppte und wir hatten alle Zeit der Welt zu Angeln, Holz zu beschaffen und mit Günther baute ich eine schöne kleine Bank/Sitzgelegenheit. Nach dem Abendessen (Chicken Curry mit Reis und Obstsalat) hatten Paul und Steffen dann keine Lust mehr zu angeln und ich stellte mich zu ähnlicher Tageszeit wie auf meiner vorherigen Tour an die selbe Stelle in den Fluss. Dort zog ich dann in der Tat nach einer gefühlten Ewigkeit einen 64 Zentimeter großen Hecht aus dem Wasser. Auch dieses Mal fielen mir wieder fast die Füße ab, als ich insgesamt über eine Stunde im Wasser stand, den Fisch dann natürlich wieder ausnahm und wie beim letzten Mal in einer Plastiktüte im arschkalten Merrice Creek festband. An solch verrückte Sachen kann man sich aber echt recht gut gewöhnen und was nicht tötet härtet ab. Vom Regen geprägt war der nächste Tag. Immer wieder in unterschiedlicher Intensität wurden wir nass. Auf einmal stand da ein rauchender Baum im Regen – Blitzeinschlag? Die Dall Schafe ließen sich auch nicht lumpen vorbeizuschauen, waren jedoch weit oben auf „Minto Bluff“/dem Berg. Heute traute sich Paul die Rolle des Steuermannes anzutreten. Für den ersten Versuch waren dabei natürlich die üblichen Kurven dabei, bis er es langsam raushatte das Kanoe gerade zu halten. Beim Anlanden an „Hells Gate Woodyard“ blieb er beim Drehen des Bootes jedoch mit der Spitze des Bootes am Ufer hängen und das Boot wurde von der Strömung fast umgekippt! Es hat wirklich nicht mehr viel gefehlt bis die beiden direkt vor unserem abendlichen Ziel im Wasser gelegen hätten. Alles aus dem Wasser zu ziehen wäre bei der hier vorliegenden starken Uferströmung dann extrem schwierig geworden, zum Glück kam es ja aber nicht so weit. Nach diesem nassen Tag zogen wir herumliegendes Holz herbei und machten mit dünnen Nadelästen ein großes, hohes Höllenfeuer und wurden blitzschnell trocken. Mit Steffen spannte ich die Küchenplane in dem kleinen Eck zwischen den eng stehenden Bäumen, was mehr als eine halbe Stunde dauerte, am Schluss jedoch sehr gut aussah und auch echt funktional war – in der Regel dauert das Spannen der Plane aber keine zwei Minuten :D. Mit Paul ging ich angeln, nachdem er zuvor eine kleine Äsche am Haken hatte, welche jedoch kleiner als 20 cm war und deshalb wieder freigelassen werden musste. Allerdings hatten wir keinen weiteren Anglererfolg. Abends schwamm dann noch ein Biber vorbei. Die Bergziegenherde war am nächsten Tag auch wieder an gewohnter Stelle als wir kurz danach eine riesen Regenfront herannahen sahen an der nächstmöglichen Stelle anlegten und uns unter einem Großen Baum unterstellten. Das Ganze war nur einen Kilometer und wenige Minuten von „Fort Selkirk“ entfernt und war echt unnötig… wären wir 10 Minuten schneller gewesen, wären wir in einer Hütte mit Feuerofen gewesen, aber dem hat nicht sollen sein. Dank des Baumes sind wir ja trocken geblieben. Auf dem letzten kurzen Abschnitt des Tages sprang urplötzlich ein riesen Fisch direkt! vor meinem Boot aus dem Wasser. Eine gefühlte Ewigkeit befand sich der riesen Lachs in der Luft und fassungslos sah ich ihm beim Wiedereintauchen zu! Der Monsterfisch war deutlich über einen Meter lang, riesengroß und ich saß sprachlos in meinem mir winzig erscheinendem Kanoe. In Fort Selkirk hatten wir dann trotzdem noch genug Zeit für das Sightseeing des Freilichtmuseums und zum Angeln. Wie so oft, leider kein Fisch. Aber direkt neben uns (keine 15 Meter) saß auf einmal ein Kanada Lux und schaute uns minutenlang zu! Eine verdammt große Katze mit langen Schnurrhaaren, Spitzen Haaren auf den Ohren, katzenhaftem Blick sowie unvorstellbarer Schönheit. Das war glaube ich wie ein Lottogewinn und einmalig. Besonders Günther war völlig überwältigt und schwärmte noch tagelang von diesem Tier. Aber auch der Rest der Gruppe ist glücklich, entspannt und hat Spaß. In der Nacht kühlte es extrem ab und am Morgen hing extremer Nebel über uns und vor allem über dem Fluss – die mittlerweile ca. 10°C Wassertemperatur waren also wärmer als die Luft und der Nebel hielt sich bis in die Vormittagsstunden. Der HERBST ist da! Auch sonst ist schon seit längerem eine leichte Färbung des Waldes zu erkennen #IndianSummer. Es war kalt und die Sicht gefährlich schlecht während den ersten Stunden auf dem Fluss. Zum Glück nicht so viel Inseln oder mir bereits bekannte Gefahrenstellen an diesem Flussabschnitt. Am Mittag zuvor markierte uns ein „First nation“ (indigenes Volk) aus Selkirk stellen an welchen wir in den Morgenstunden Elche sehen könnten. Er selbst geht heute auf Jagt, aufgrund des Nebels hat auch er keinen gesehen und wir konnten ihn immer wieder mit seinem Motorboot herumfahren sehen. Dafür hatten wir einen Schwarzbären nahe der „Twin Falls“, Lachse, Hechte und einen Otter. Die Zeit verfliegt wie im Fluge… Nachmittags im Camp zog Steffen einen Hecht aus dem Wasser und Pauls Leine riss zweimal als bei ihm etwas angebissen hatte. Zum Abendessen dann: frischen Fisch zur Vorspeise mit Salat. Zum Hauptgang Top Sirloin Steak (mit Zwiebelringen), Folienkartoffeln und Zaziki-Dip. Mitten im nirgendwo, Tage von der nächstliegenden Zivilisation oder einer Straße entfernt fühlt sich das einfach nochmal viel besser an, als es sich anhört. Nach dem Abendessen hatte dann auch mich wieder der Angelwahn gepackt und die springenden Fische motivierten mich weiter bis ich endlich auch einen Fisch an der Angel hatte - diesen gab es dann auch wieder zum Frühstück am nächsten Morgen. Der Sonntagmorgen begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang, der wertvolle wärme spendete. Der heutige Tag war sehr anstrengend und wir haben teilweise unter 5 km/h Geschwindigkeit gehabt, wobei wir paddelten und es sich anfühlte wie auf einem See bei fast nicht existenter Strömung. Später kam dann wieder mehr Strömung auf allerdings bremste uns dann der leichte Gegenwind. Etwa eine Stunde hinter „Coffee Creek“ campten wir auf der „halfway island“. Dort stach mich eine Wespe beim Holzholen direkt unters Auge, sodass ich wie schon beim letzten Mal auf dieser Insel ins Wasser sprang und diesmal meinen Kopf unters Wasser hielt… Die Wespen sind echt gefährlich aggressiv und der Stich am Auge drückte sehr stark und schwoll heftig an. Die nächsten Tage navigierte ich dann einäugig. Wir näherten und unaufhaltsam Dawson City. Die nächste Mittagspause hielten wir schon an der Mündung des White Rivers um später nach dem Zufluss des Stewart Rivers unser abendliches Camp aufzuschlagen. Der Wasserstand war allerdings einen guten halben Meter höher als beim letzten Mal, weshalb die Insel komplett anders aussah und sehr viel kleiner war. Trotzdem noch genug Platz für unsere vier Zelte und ausreichend Feuerholz war auch noch vorhanden. Kurz hinter dem Camp liegt das „Labyrinth“ aus Seitenkanälen in welchem wir dieses Mal Trompetenschwäne sahen. Außerdem konnten wir bei absoluter Ruhe schwere Schritte neben uns hören, welche definitiv von Großwild stammten. Wäre nochmal schön gewesen zum Abschluss ein Elch oder einen Bären direkt neben uns gehabt zu haben. Das Camp am Mechem Creek war bereits besetzt, weshalb wir das nächste am „Galena Creek“ bezogen. Dort regnete es nach unserer Ankunft leicht und nach merheren Pausen fing es am späten Abend starker Regen an. Ich als Guide schlag mein Zelt natürlich immer da auf wo noch Platz ist (Folge: Uneben, Wurzeln, etc.), weshalb sich vor und unter meinem Zelt eine zwanzig Zentimeter tiefe Pfütze bildete. Ich schnappte mir in strömendem Regen die kleine Schaufel und die Axt, um mir einen Entwässerungsgraben zu graben. Auch Edie schaufelte noch ein bisschen und als wir dann beide bis runter auf die Haut durchnässt waren, konnten wir uns ausziehen, alles draußen im Regen liegen lassen und ich konnte mich in meinem Zelt abtrocknen….. Alles war feucht, aber mein Zelt hat das erstaunlich gut weckgesteckt und mein Schlafsack war trocken – überlebenswichtig. Es regnete die ganze Nacht. In dem kleinen glasklaren Bach neben uns tobte am Morgen neben uns ein brauner Wildwasserfluss und der Wasserstand an unserer ohnehin kurzen Anlegestelle ließ gerade noch genug Platz um ein Boot nach dem anderen ins Wasser zu lassen und zu beladen. An diesem Mittwoch, den 22. August stand die letzte Etappe nach Dawson City an. Der letzte Tag auf dem Fluss meiner letzten Tour. Schon wehmütig war mir zumute das hinter mir zu lassen, um in ein paar Wochen wieder zurück nach Deutschland zu fliegen… aber man tut was man tun muss. In Dawson kamen wir dann um 13:30 an, luden entspannt alles aus und brachten es hoch zum Campingplatz. Dort war ein Fuchs extrem zutraulich und biss an der Verpackung der heißen Schokolade herum! Zudem befindet sich beim Waschhaus ein riesen Wespennest, worin die Wespen beim Öffnen der Tür (direkt daneben) wild umherfliegen. Dies fühlt sich mit meinem gerade erst abgeschwollenem Auge natürlich nicht so gesund an :D. Die Gruppe ist glücklich in Dawson angekommen zu sein und lud mich am Abend zu „Joes Wood fired pizza“ ein. Dann bin ich mit Paul ins Downtown Hotel, um mit ihm den „Sourtoe Cocktail“ zu trinken. Paul (Engländer, Muttersprache Englisch) verstand auf dem englischen Schild am Eingang irgendetwas falsch und war auf einmal verdutzt als wir in einer Schlange standen, um einen Whisky mit menschlichem Zehen zu trinken. Am nächsten Tag in Dawson hatten wir wieder Zeit zur freien Verfügung und ich putzte unsere Ausrüstung und entspannte auf dem Campingplatz. Eigentlich wollte ich dann zu einer Massage, die hatten aber geschlossen. Am Abend gingen wir dann alle gemeinsam (wie immer) ins Casino „Diamond tooth gerties“ und ich hatte einen Tisch in der ersten Reihe ergattert. Ich kannte den Ablauf, meine Gäste ja noch nicht :D. Das man in der ersten Reihe gefährlich sitzt habe ich aber erwähnt und sie waren zwar zögerlich aber schließlich damit einverstanden. Schon bei der ersten show wurde Edi dann auf die Bühne gerufen, um mit drei anderen Herren und den Tänzerinnen ein bisschen die Beine zu heben. Sehr belustigend muss man sagen, ich habe allerdings mit Edis Kamera Bilder und Videos aufgenommen, weshalb mir diese leider nicht vorliegen. Bei der nächsten Show durfte dann Paul auf die Bühne, durfte sich schnell einen Rock überziehen und auch ein wenig tanzen. Dann kam Thomas in Dawson an und traf auf uns im Gerties, wo er mir von dem aktuellen Stand der Dinge berichtete. Wir blieben noch bis zur Mitternachtsshow und gingen anschließend wieder zurück auf den Campingplatz, um für die Minentour am nächsten Tag fit zu sein. Diese verlief dann gleich wie beim letzten Mal. Wir hatten dieses Mal eine Führerin, welche uns direkt an die Waschanlage herannahm und wir alles quasi anfassen konnten. Als sie in dem Bus einen Kaffee verschüttete war dies nicht schlimm, denn er tropfte durch ein durchgerostetes Loch einfach wieder unten raus – dann wird einem mal wieder bewusst wie sinnvoll eigentlich so ein gescheiter deutscher TÜV ist :D – auf jeden Fall war das sehr belustigend. Beim Goldwaschen habe ich in jeder Pfanne Gold drin gehabt und unter anderem auch das größte Goldstück meiner Saison gefunden. In Whitehorse habe ich dann am „Hafen“ eine Menschenmenge, ein Kamerateam und „Toni Beets“ gesehen. Musste allerdings schnell zurück auf den Campingplatz, um Thomas anschließend zum Flughafen zu fahren. Er wird die Nacht nicht in Dawson verbringen, sondern zurück nach Whitehorse fliegen, sodass ich am nächsten Tag zurückfahren musste. Das Gebäude an diesem winzigen Flughafen könnte man übrigens auch durch einen Schiffscontainer ersetzten. Dann war ich mit meiner Gruppe vorerst wieder allein. Wir beluden den Rest am nächsten Morgen und dann fuhr ich mit dem 15 Sitzer Bus und dem komplett vollen Anhänger (mussten auch noch andere Boote und Ausrüstung von Selbstgeführten Touren mitnehmen) zurück nach Whitehorse. Dort war alles dann wieder gewohnt stressig und die Boote mussten gleich geputzt und aufgeräumt werden. Mit meiner Gruppe war ich dann noch in „Giorgio´s Cuccina“ (ein Italiener) essen. Am nächsten Tag holte ich meine liebgewonnenen Gäste dann am Hotel ab, brachte sie zum Flughafen und brach fast in Panik aus als ich realisierte in einer guten Woche selbst Whitehorse zu verlassen.
In dieser letzten Zeit in Whitehorse hatte ich noch eine Fahrt am Montag zum „Quiet Lake – Big Salmon River“. Gleichzeitig wurde Thomas mit seinen Gästen weggefahren, um seine Tour den „Nisutlin River“ und anschließend auf dem „Teslin River“ zu führen. Dann war der Chef also weg und Kelly übernahm die Führung des Unternehmens. Ein deutsches Ehepaar durfte ich bis zur „Rose River Bridge No. 1“ fahren und eine Woche später in Teslin abholen. Am Mittwoch bekam ich fast frei und konnte mit Robert was unternehmen. Bezüglich der knapp werdenden Zeit war mir das echt wichtig und wir arbeiteten zunächst am ehemaligen Farmer Roberts Store auf dem Hinterhof am Vermessen für einen Anbau. Dies dauerte dann nur kurze Zeit und wir konnten zu unserem eigentlichen Plan übergehen. In seinem gewohnt extrem unordentlichen Pick-up Truck fuhren wir zum „Grey Mountain“. Auf dem Weg dorthin stoppten wir an der „Shooting Range“ (Schießplatz), denn er wollte mich ein paar seiner Waffen schießen lassen. Zunächst gab er mir die durchaus nötige (Sicherheits-) Einweisung. Dann feuerten wir jeweils so 50 Mal mit einer deutschen Handfeuerpistole. Und anschließend über 200 Mal mit seinem tschechischem Halbautomatik Maschinengewehr. Stolz darf ich verkünden, dass ich vor ihm ein Metallschaf in 500yard Entfernung umgeschossen habe :). Diesbezüglich konnte er als englischer Ex-Soldat nicht auf sich sitzen lassen, weshalb mir eben mehrere hundert Geschosse abfeuerten. Der Rückstoß war dabei kleiner als ich es erwartet hatte, jedoch trotzdem nicht zu vernachlässigen. Auf jeden Fall machte es echt Spaß, füllt sich aber auch komisch an einfach so mit einer tödlichen Waffe in der Gegend (10km von Whitehorse entfernt) herum zu schießen :D. Dann fuhren wir noch das restliche Stück auf Grey Mountain hoch, um über die ausgewaschene Schotterpiste bis zum Mobilfunksendemast zu gelangen. Von dort an liefen wir dann den Wanderweg zum Gipfel des Berges. Dabei bedankten wir beide uns und Robert gab mir ein paar Ratschläge. Oben angekommen sprach ich dann über meine Zeit in Kanada und er bot mir an, dass er mich in seinem Unternehmen anstellen würde und ich dadurch das lebenslange Aufenthalts- und Arbeitsrecht (permanent residency) erhalten kann. Beeindruckend wie eine am Anfang des Jahres noch unbekannte Person einem solch etwas anbietet, wir sind immer gut klar gekommen und ich habe mir wohl einen sehr guten Ruf erarbeitet, erlangt und erhalten. Im Auge meiner bald beginnenden Ausbildung und des Studiums in Deutschland hielt ich mir diese Option mal offen und das Angebot aufrecht. Wir verabredeten uns dann fürs Wochenende zu einem Campingausflug. Nach diesen sehr tiefgründigen Gesprächen und abwechslungsreichen Themen fühlte ich mich zudem nochmal bestätigt, der englischen Sprache mächtig zu sein und wir fuhren wieder runter nach Whitehorse. Denn wie angedeutet hatte ich nicht den ganzen Tag frei bekommen. Denn am Abend musste ich noch die letzte Fahrradtour der Saison führen. Mit insgesamt vier Gästen (zwei Amerikaner und zwei Belgier) durfte ich dann ein bisschen in Whitehorse umherfahren und ihnen mein aktuelles Zuhause näherbringen. Am Freitag fuhr ich mit Bus und Anhänger nach Teslin, um dort Thomas mit seiner Gruppe anzuholen. Alles schnell aufgeladen fuhren wir am „Teslin Lake“ entlang und entluden in „Johnsons Crossing“ am Ende des Sees und Anfang des „Teslin Rivers“ wieder. Von dort an paddelte er weiter bis nach Carmacks und ich werde ihn vor meiner Abreise am Dienstag nicht mehr wiedersehen.
Samstag, Sonntag war ich dann campen. Victoria und die Kinder widerzusehen war schön und nach letzten Vorbereitungen fuhren wir mit dem Pick-up Truck und dem Wohnwagen davon. Robert, Victoria, James, Maja und Henry im Truck und ich lag hinten im Wohnwagen auf dem Bett. Über den Alaska Highway ging es nach Osten, wobei ich vorher nicht wusste wo wir hingehen, bis zum „Pine Lake“ nahe „Haines Junction“ und dem „Kluane National Park“. Es schaukelte und holperte im Wohnwagen auf der Fahrt bis wir nach so zwei Stunden ankamen. Über das verlängerte Wochenende hatten natürlich nicht nur wir die Idee für einen Campingausflug, weshalb der Campingplatz fast voll war. Von einem deutschen Campingplatz unterscheidet dieser sich unter anderem dadurch, dass es kein fließendes Wasser sowie keine Elektrizität gibt und die Stellplätze größer, sowie mitten im Wald sind – und nicht auf einer künstlich angelegten Fläche mit geteerten Wegen, Gras, Zäunen etc. Mit James und Robert versuchte ich einen Fisch fürs Abendessen zu angeln, Henry spielte mit meiner GoPro, machte hunderte Fotos und schmiss sie immer wieder in den See, und Maja weinte/schrie irgendwann nur noch rum, weil das Wasser zu kalt war, um dort baden zu können. Der übliche Wahnsinn eben. Am heutigen 1.September begann die Jagsaison auf Gänse, weshalb wir mit Gewehr im Fußraum ein paar Stunden herumgefahren sind. Leider keinen Vogel, dafür jedoch wieder altbekannte Bisonscheiße gesehen. Am Lagerfeuer gab es am Abend dann beste Beef Tenderloin Steaks und da ich stundenlang auf die Polarlichter wartete, es dann aber immer wolkiger wurde, legte ich mich in mein Zelt auf großer Luftmatratze hin. Henry fuhr mit seinem Fahrrad ungefähr hundert Mal um den Campingplatz herum bis wir zum Strand sind um dort im Sand zu buddeln. Maja und James waren ach dabei und es artete irgendwann in einer San/Wasserschlacht aus bis wir anschließend schon zum Mittagessen zum Wohnwagen zurücksind. Mit Robert und Victoria baute ich alles ab, währenddessen die Kinder herumtobten und am Nachmittag ging es wieder auf den Rückweg zur Farm. Ein letztes gemeinsames Abendessen und es war Zeit „Auf Wiedersehn / Goodbye“ zu sagen. Eine unvergessliche Zeit ging damit zu Ende. Auch wenn das definitiv keinen Kontaktabbruch bedeutet, ist mir schon bewusst gewesen diese mir lieb gewonnen Menschen und Freunde lange Zeit nicht mehr wieder zu sehen. Die gemeinsamen Erlebnisse, vor allem die Bisonjagt mit Robert, die verrückte Zeit mit den Kindern und das hervorragende Essen von Victoria waren in den vergangenen Monaten einfach toll. Nach der Verabschiedung fuhr Robert mich zurück zu meiner Hütte und auch von ihm, meinen wohl besten Freund in Kanada, musste ich mich verabschieden und danke sagen. Es war eine extrem geile Zeit und ich war (wie ich es auch jetzt bei schreiben bin) den Tränen nahe. Dann musste ich meinen Koffer packen und meine Hütte putzen. Einige Sachen musste ich zurücklassen und angezogen wie ich es im tiefsten Winter bei -40°C war verließ ich meine Hütte am frühen Dienstagmorgen als Kelly mich zum Flughafen fuhr. So. Das war die letzte Lücke meiner Kanadareise. Knapp 20 Seiten Textdokument habe ich nun in den vergangenen Tagen verfasst und Stelle gerne eine von euch auf Rechtschrbfelher korrigierte Version online. Ich danke all den Leuten, welche ich in Kanada in irgendeiner Weise getroffen oder mit ihnen gelebt habe. Auch wenn fast keiner der deutschen Sprache mächtig ist hatte ich immer Hilfe bekommen, wenn ich sie gebraucht habe und konnte meine Zeit im zweitgrößten Land der Welt nebst teils harter Arbeit stets genießen. Und mittlerweile ist es fast ein Jahr her als ich meine Reise nach Kanada begonnen habe, womit meine Arbeitsgenehmigung in wenigen Tagen abläuft.
Das Layout und die Bildergalerie werde ich dieses Jahr auch noch überarbeiten. 04.11.2017
Momentan befinde ich mich schon auf dem Rückweg nach Deutschland und sitze aktuell am Flughafen in Vancouver beim Tim Hortons. Dort habe ich mir gerade das letzte duzend Donuts gegönnt und versuche jetzt die Zeit zu überbrücken, bis ich um 1pm meinen Koffer abgeben kann. Kelly hat mich heute Morgen um kurz nach 5am zum Flughafen in Whitehorse gefahren, denn um 7:30am ging mein erster Flieger von Whitehorse nach Vancouver. Aus meiner Hütte habe ich noch ein paar der letzten Lebensmittel mitgenommen, um unterwegs etwas zum Essen zu haben (Birnen, Frootloops und ein paar gebratene Würstchen sowie einige Teebeutel). Am Gate in Whitehorse gab es dann sogar noch kostenlose Getränke (Kaffee, Tee, Orangensaft, …) und Kekse. Das Boarding ging sehr schnell und das Flugzeug war ganz und gar nicht voll. In der Boeing 737 hatte ich mir schon am Vortag einen Fensterplatz gesichert und die beiden Sitze neben mir blieben leer. Diesbezüglich hatte ich superviel Platz auf dem circa 2 Stunden langen Flug. Air North ist die lokale Airline von Whitehorse und hat einen super Service. Einen leckeren Muffin und eine heiße Schokolade später genoss ich die Aussicht und habe ein bisschen geschlafen. Beim Landeanflug auf Vancouver flogen wir direkt über Downtown, Stanley Park und den Hafen. Am Kofferband kam mein Koffer dann als dritter heraus und ich konnte mich auf den Weg zum Lufthansa Schalter machen – welcher aktuell aber noch immer geschlossen hat. Da Air North kein internationales Abkommen mit Lufthansa hat, muss ich den Koffer halt nochmal abgeben, was ein bisschen unnötig ist – aber anscheinend nicht anders möglich sei. Beim Herumlaufen auf dem Flughafen bin ich dahingeschmolzen und musste einige Pausen einlegen. Zur Erklärung: Ich trage zwei T-Shirts, eine langes Oberteil, einen Pullover und meine neue dicke Winterjacke mit Pelzmütze welche ich auch bei -40°C getragen habe. Außerdem meine Wollmütze eine lange Unterhose und meine Skihose sowie dicke Socken in meinen fetten Winterstiefeln (Komfort Zone bis -74°C). Auf jeden Fall bekomm ich so den Großteil meiner Sachen nach Deutschland und musste nur ein paar unnötige oder abgenutzte Sachen zurücklassen. Unter meinem Arm habe ich dann natürlich auch noch mein Kissen, auf dem Rücken meinen Rucksack und einen kleinen Beutel mit meinem Essen darin - das sollte es gewesen sein.
Als nächstes nehme ich mich der Digitalisierung und Veröffentlichung der letzten zwei Monate an – was in der Tat einen halben Tag dauern kann und vielleicht in Teilen nach und nach online erscheinen wird.
Der Lufthansaflug wird mich dann von Vancouver nach Frankfurt bringen (16:20pm), von da an fliege ich dann kurze Zeit später nach Stuttgart und sollte dort morgen am frühen Nachmittag ankommen.
FlügeAir North flight 4N 505; 7:30am DST - Whitehorse nach VancouverLufhtansa LH 493; 16:20 DST - Vancouver nach FrankfurtLufthansa LH 130; 12:40 MESZ - Frankfurt Stuttgart
04.09.2018
Der Flug nach Frankfurt ist jetzt auch schon vorbei und nach der Landung habe ich eine SMS von der Lufthansa erhalten. Der Weiterflug LH 130 fällt aus und ich solle doch bitte eine Alternativ Route wählen/buchen. In Frankfurt bin ich dann schnell zum nächsten Lufthansa Schalter und habe an einem Automaten einen anderen Flug auswählen können. Da ich keine Lust hatte mit der Deutschen Bahn weiterzureisen (zudem viel zu warm angezogen) habe ich mich jetzt auf den nächst möglichen Flug umgebucht: LH 132; Frankfurt nach Stuttgart um 17:15 MESZ. Diesbezüglich werde ich erst um 17:55 in Stuttgart landen – mal sehen, ob mein Koffer auch mitkommt….Außerdem ist mein Fensterplatz jetzt weg und ich habe einen 5Euro Gutschein für eine „Erfrischung“ bekommen.
05.09.2018
Ich bin dann auch gut in Stuttgart angekommen und wurde von meinen Eltern am Flughafen abgeholt, nachdem ich sie zehn Monate nicht gesehen und sieben Monate nicht gesprochen habe. 04.11.2018